Montag, Februar 28, 2005

Wer hätte das gedacht?



Einfach so, heute in der Post, ohne erneute Beschwerde-Mails. Das Heft sieht zwar so zerzaust aus, daß man glauben könnte, es sei einmal um die Welt gereist, aber ich sollte mich wohl einfach nur freuen, daß es nach so vielen Wochen nun doch noch gekommen ist.

Und: Es enthält diese wunderwollen Fair-Isle Handschuhe und die Fair-Isle Mütze, die unbedingt von mir gestrickt werden wollen... Hier zu sehen.

Überhaupt bin ich gerade dabei, meine Faserfimmel-Projekte für unseren nächsten Spanienaufenthalt zu organisieren. In Spanien Wolle kaufen ist so eine Sache und ich nehme lieber alles mit. Aber was werde ich stricken und filzen wollen????? Oh, das Stricker-Filzer-Spinner-Leben ist voller schwerer Entscheidungen...

Anekdote am Rande? Am 23.02. haben wir ein wichtiges Dokument per DHL International Express nach Spanien geschickt und dafür 40 € bezahlt.Es ist bis heute NICHT da. Am 23. war Bush im Rhein-Main-Gebiet und da wurden die Express-Sendungen wohl nicht abgeholt, sondern erst am 24. abends. Und dann sind sie für 4 Tage nach Köln zu einer Sicherheitsüberprüfung gefahren. Und heute dann vielleicht fliegt unser Dokument nach Spanien. Wo es zu spät ankommen wird. Muß ich erwähnen, daß wir keine Ansichtskarte mit DHL Express geschickt haben, sondern was Wichtiges??? Grrr. Die Geschäftsleitungsbeschwerde ist unterwegs.

Die Puschen sind übrigens neu verheiratet; Bild folgt.

Samstag, Februar 26, 2005

Eine Puschen-Testserie

habe ich heute gefertigt.



Beim ersten ist die Einstiegsöffnung ein wenig groß geraten, daher jetzt die blumige Verzierung. Der zweite dahinter sieht schon sehr glaubwürdig aus; ggf. kriegt der einen neuen Partner. Jedenfalls habe ich den Dreh jetzt raus. Die Schuhe haben weder Löcher, noch wiegen sie 300 Gramm das Stück...

Die Schuhe sind nicht für mich, sondern für meinen Mann. Da paßt so eine "florale Ausgestaltung" eher nicht, oder? Ich kann solche Schuhe dummerweise nicht tragen, denn ich habe einen nicht mehr ganz heilen Fuß und muß entweder Einlagen tragen oder den Schuh umarbeiten lassen. Und weder das eine noch das andere geht bei diesen Puschen.

Dafür hat mir der Empfänger der Schuhe heute Sockenwolle spendiert - das ist doch auch was, oder?

Schönen Sonntag!

Freitag, Februar 25, 2005

So sieht er aus

der Shawl, an dem ich gerade arbeite.



Leider im Moment ziemlich unfotogen - in der vollen Breite kann ich ihn nicht zeigen, da er breiter ist, als die Nadel lang.
Das Garn habe ich schon sehr lange liegen; es ist eine traumhafte Wolle-Seide-Mischung von Fritzsch-Wolle (das ist "unser" lokaler Woll-Factory-Outlet-Store (so heißen die wohl, oder?), leider ohne Online-Shop).
Ich hatte vor Jahren mal einen Ringel-Pullunder begonnen - braun und beige geringelt. Aber alle nannten ihn von Anfang an nur den "Biene-Maja-Pulli" - das war dann sein Ende. Der braune Anteil ist in eine Weste gewandert, der beige wird nun endlich ein Shawl (nachdem mein Versuch, ihn in einen Wavy zu verwandeln, nicht meinen Vorstellungen entsprach).

Gestern ging alle meine Zeit in den Kampf gegen den Abriß in Spanien, ich bin garnicht zum Faserfimmeln gekommen. Drückt mal bitte Eure Daumen, daß das heute wieder anders wird.

Mittwoch, Februar 23, 2005

Nachtrag

B-Day

Wegen des Besuchs des US-Präsidenten im Rhein-Main-Gebiet haben viele Ein- und Anwohner heute einen etwas anderen Tagesablauf.

Die Autobahnen rund um Frankfurt sind tagsüber als Kreisverkehr organisiert und zu bestimmten Zeiten stellenweise ganz gesperrt, alle Gullideckel in den Straßen, die der Präsident vielleicht durchfährt, sind zugeschweißt, alle Autos, Mülltonnen, Briefkästen... sind von den Straßen entfernt, die öffentlichen Verkehrmittel rechnen mit Verspätungen, manche Schulen haben ganz frei, manche früher Schulschluß...

Was tut man an so einem Tag? Ich bleibe zu Hause - und färbe. Ich bin eigentlich ein "Draußen-Färber" und deswegen gibt's seit der Entstehungen meines Blogs (im November 2004) auch noch keine Färbbilder. Aber heute war mir danach. Nur eine kleine Menge habe ich versuchsweise gefärbt: Gotlandlocken, gedacht, um zukünftigen Rumpelwichteln und Grau- bzw. Buntgnomen als Haare, Bärte, Fransen, Mähnen... zu dienen.





Gestern war ein Chaos-Tag; einer von denen, an denen man am Abend denkt, daß man besser im Bett geblieben wäre. Ich habe genau 2 Reihen gestrickt. An einem Shawl, den ich bei passender Gelegenheit hier vorstelle.

Heute habe ich gelernt, was ein Expressbrief mit DHL nach Spanien kostet: ganze 40 Euro. Gute Güte!

Dienstag, Februar 22, 2005

Ha!

Gestern habe ich wie geplant ein wenig gefriemel-filzt. Und meine Experimente zum Umfilzen von Schablonen mit Rundungen haben erste Verbesserungen erbracht.

Dadurch tollkühn geworden, habe ich den Extremfall von Schablone mit Rundungen umfilzt: Einen Kreis.



Herausgekommen ist das hier:



Meine erste wirklich tragbare Kopfbedeckung. Ganze 60 Gramm leicht. Ungeblitzt ist das Ganze noch schöner.

Passen tut er mir auch sehr gut. Mein Versuch, das gute Stück auf meinem Kopf zu fotografieren, hat zu diesem Ergebnis geführt:



Nun.

Ich bin stolz wie Oskar. Bisher gelangen mir zwar Kopfbedeckungen - die waren aber entweder ordentlich schwer (deutlich über 150 Gramm) oder hatten seehhrr dünne Stellen bzw. gar Löcher. Ha!

Mein Mann läßt seit längerer Zeit immer wieder ganz dezent zwischen den Zeilen die Bemerkung fallen, daß er gerne ein Paar Filz-Puschen hätte. Das sollte jetzt eigentlich nur noch ein Zeitproblem sein. Halali!

Montag, Februar 21, 2005

Zwergenhüte?

Gestern habe ich mal wieder naß gefilzt.

Hhm.

Herausgekommen ist das hier:



oder andersrum



Mein Mann hält die Wette, daß es sich dabei um Zwergenhüte handele. Nun. Ich hatte eigentlich vor, mir für das Netzteil meines MP3-Spielers einen Beutel zu filzen. Irgendwie sind es ja auch Beutel. Aber wenn man ihnen so beim Vor-sich-hin-Trocknen zuschaut, kommt man auf andere Ideen...

Erstmalig habe ich mit Olivenseife gefilzt. Die greift die Hände tatsächlich nicht so arg an, wie manche ihrer Kollegen.

Aber an meinem derzeit ärgsten Grübelproblem arbeite ich weiter: Ich kann Schablonen gut umfilzen - solange sie keine runden Kanten haben. Sobald da irgendeine Rundung drin ist, wird mein Filz seehhhrr dünn. Und: Ich mag ihn nicht reparieren, ich denke, daß es doch da eine Technik geben müßte, mit der das auf Anhieb zufriedenstellend klappt. Heute Nacht hatte ich eine Idee, die ich nachher umbedingt probieren muß.

Der deutsche Arbeitsalltag schmeckt sauer. DSL und Spülmaschine sind ja prima, aber der heutige Tag begann mit einem Besuch beim Finanzamt und ging ähnlich weiter. Es kann nur besser werden. Vielleicht kann ich ja morgen etwas Positives aus der Filzwerkstatt berichten...

Sonntag, Februar 20, 2005

Sie ist da!

Wer hätte das gedacht? Meine IW Knits ist angekommen! Als wir am Samstag unsere gesammelte Post abholten, war sie dabei.

Leider habe ich die Frühjahrsausgabe erhalten - ich hatte doch ein Auge auf die Fair-Isle-Modelle der Winter-Ausgabe geworfen! Mal sehen, ob es mir gelingt, die noch zu erbeuten - schließlich läuft mein Abo ab Winter 2004!



DSL ist echt prima. Ich habe gebastelt und die Space-Übersicht schöner gemacht.

Eine Bitte: Ist jemand bereit, einen Beitrag zu leisten? Ich werde sicherlich nicht alle Space-Farben durchprobieren und kann somit nicht alle Farben zeigen. Wenn ich Bilder geschickt bekomme, veröffentliche ich sie auf der Space-Übersichts-Seite - natürlich unter dem Namen des Einsenders. Meine Mailadresse: Silke@faserfimmel.de.

Und noch zwei Fragen:

Meine Space-Weste wiegt knapp 600 Gramm. Prima, dachte ich, da wird aus den restlichen 400 Gramm dieser Farbe noch ein Clapotis. Munter habe ich angefangen zu stricken - um zu bemerken, daß ich hoechstens noch 220 Gramm habe. Nanu? Ich habe sicherlich keine 180 an Vernähfädenresten weggeschmissen?!

Jetzt habe ich eine andere Spacefarbe gewogen:





Ich habe alles Kardenband, alle Stränge, alle Knäule und sogar meine beiden Maschenproben auf die Waage gelegt. Es sind keine 1000 Gramm.

Hab' ich da was falsch verstanden? Ich dachte, ich hätte 1 Kilo gekauft?! Jetzt bin ich echt stutzig. Sowas ähnliches ist mir schonmal bei Wollknoll mit Färbegarn passiert, da hat die Menge auch - zu meinen Ungunsten - nicht gestimmt. Ich bin ansonsten rundum zufrieden mit Wollknoll, aber als ich jetzt in Spanien saß und einen Clapotis angefangen hatte und die Wolle ganz offensichtlich nicht reichte, habe ich mich geärgert. Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Oder mache ich einen Denkfehler? Kauft man wie bei Vliesen ungefähr ein Kilo??

Zweite Frage: Kennt sich jemand mit den Harry Potter Pullis aus? Bzw. mit denen, die Mutter Weasley strickt? Die für ihre eigenen Söhne sind braun mit einem Buchstaben. Und der, den sie Harry zu Weihnachten gestrickt hat? Ist der auch braun? Hintergrund: Mein Mann ist scharf auf einen solchen Pulli und er soll ihn kriegen. Ich bin mir aber mit den Farben unsicher und bin nur im Notfall bereit, alle Harry Potter Bände nach Hinweisen durchzuflöhen - vielleicht weiß es ja jemand?!

Freitag, Februar 18, 2005

Die Mega-Lopi-Weste

hier ist sie:



Sie gefällt mir gut, sie paßt gut - sie wiegt aber rund 600 Gramm. Hhm. Eindeutig nur was für kalte Tage.

Hier nochmal ein Detail:



Alles mit Nadel 12.
Jetzt bin ich gespannt, wie sich das Ganze im täglichen Gebrauch macht; ganz besonders bin ich auf eventuelles Pilling gespannt.

Und hier der Bericht aus Spanien:
Also zu allererst: Viele haben gefragt, ob das denn einfach so gehe, mit Enteignung und Abriß. Die Antwort lautet: Ja.

In Spanien gibt es ein Gesetz (LRAU), das eigentlich helfen soll, typische Tourismus-Bausünden unkompliziert aus der Welt zu schaffen. Dieses Gesetz führte aber in den vergangenen Monaten dazu, daß ohne viel Federlesens zahlreiche (ausländische) Eigentümer enteignet und ihre Immobilien abgerissen wurden. Das deutsche Fernsehen berichtete u.a. bei "Report München" (Valencia) und bei "Brisant" (Mallorca) darüber.

Wenn ein potentieller Investor min. 25% der Fläche besitzt, kann der Rest enteignet werden. "Enteignet" heißt hier nicht etwas, daß der Verkehrswert (also das, was die Immobilie kürzlich noch auf dem Markt gebracht hätte) gezahlt wird. Im schlimmsten Fall hätten wir also unsere Wohnung verloren und so gut wie nix (oder auch nix) dafür bekommen.

Da wir aber beide sehr an dieser Wohnung hängen, viel hineingesteckt haben, unser Berufsleben so verändert haben, daß wir viel Zeit in Spanien verbringen können und - nicht zuletzt - mittlerweile auch viele enge Freunde dort haben, haben wir gekämpft.

Und mit uns Tausende.

Die Gemeinde, in der wir in Spanien "zu Hause" sind (sorry, ich tue mich mit Begriffen wie "zu Hause" oder gar "Heimat" ein bißchen schwer), hat also leise ihren Bebauungsplan im Rathaus zur Einsicht ausgelegt. Dieser Plan besteht aus zahlreichen Projekten. Eines ist eben der Abriß unseres gesamten Viertels mit ca. 400 betroffenen Parteien.

Betroffen sind aber auch noch 3 weitere, ebenfalls große Wohngebiete sowie auch ein weiteres, das aber nicht Bestandteil dieses Babauungsplanes ist, aber ein ähnliches Schicksal erfahren sollte.

Und dann ging der Sturm los. Wir wußten es tatsächlich mit als erste. Die spanischen und katalanischen Nachbarn haben es zum Teil von uns erfahren.

Die Stadt muß über den Bebauungsplan öffentlich informieren. Dazu hat sie leise eingeladen. Gekommen sind hunderte. Der größte Saal der Stadt konnte nicht alle aufnehmen. Der Bürgermeister und der Baudezernent wollten nun auf catala informieren. 80% der Anwesenden sprachen aber nur castellano. Daher haben selbst catala-sprechende Teilnehmer darum gebeten, doch bitte in castellano zu diskutieren, damit alle mitreden könnten. (Vielleicht nochmal zum Hintergrund: Castellano ist "spanisch", catala ist eine eigene Sprache; beide stehen etwas zueinander wie Deutsch und Holländisch; Catala war bis 1978 verboten, heute hat Katalonien 2 Amtssprachen; wer vor 1978 die Schule besucht hat, spricht (auch)castellano; die Jüngeren lernen es derzeit ab der 3. Klasse als Fremdsprache). Schon wegen der Sprache gabs viel Wirbel. Bürgermeister und Stadtrat wurden ausgebuht. Schon Ende Januar machte der Bürgermeister erste Rückzugsversuche, kann aber alleine ja nicht entscheiden, wie es mit dem Bebauungsplan weitergeht.

Dann haben zunächst die Gruppen Widerspruch eingelegt (Groupos sind Eigentümergemeinschaften, von ca. 10-30 Parteien). Dann war die nächste Info-Veranstaltung. Dann haben viele Eigentümer noch einmal individuellen Widerspruch eingelegt. Der Bürgermeister tat nun beleidigt. Man könne doch normal über die neuen Pläne reden, man müßte doch nicht gleich so ein Theater veranstalten.

Also, ich persönlich finde, daß wir soo ein Theater noch garnicht veranstaltet hatten.

Im Hintergrund haben wir (also mein Mann und ich) natürlich zuerst einen deutschen Anwalt eingeschaltet, dann mit der Gruppe einen spanischen. Dann haben wir uns ans Konsulat gewandt. Weil wir von dort eine blöde Antwort erhielten, haben wir direkt ans Außenministerium geschrieben. Von denen haben wir einen netten und sinnvollen Brief erhalten. (Mittlerweile hat sich auch der Generalkonsul höchstpersönlich um unser Problem gekümmert).
Dann haben (ziemlich viele) Nachbarn ihre EU-Abgeordneten angeschrieben; im letzten Jahr gab es bereits einen Petitionsausschuß, der sich mit den Enteignungen in Valencia beschäftigt (und zu dem Schluß kommt, daß sie rechtlich möglich sind, aber gegen die Menschenrechte verstoßen). Die ersten Antworten waren auch noch in der Art "wenn Sie ein rechtliches Problem haben, müßen Sie sich einen Anwalt nehmen"; mittlerweile hat sich der Vorsitzende des Petitionsausschusses für April zu einem Besuch angekündigt.

Mein Job war es, die Website und das Forum mit allen Neuigkeiten zu füttern und somit die Aktivitäten der deutschsprachigen Betroffenen zu koordinieren. Und das hat geklappt. Hah.

Über unsere deutschsprachige Website wurde eines Tages in der örtlichen Presse berichtet. Mich haben darauf hin sehr viele Unbekannte gegrüßt (da wir die Website eigentlich nutzen, um unsere Wohnung zum Tausch anzubieten, sind da auch Bilder von uns und unserer Wohnung drauf; außerdem heißt die Website wie der Ort, in dem wir zu Hause sind, nur hinten halt ".de" - ordentliche Katalanen verweigern natürlich die Top-Level-Domain "es", katalansiche Seiten enden meist auf ".org" oder ".com" - daher fanden viele liberale Katalanen und Spanier unseren Domainnamen schon witzig).

Und: Unser spanischer Verwalter hat uns erzählt, das wir viele damit inspiriert hätten - Spanien ist ja in weiten Teilen noch Internet-Entwicklungsland. Und es gäbe da im Ort einige Jugendliche, die mit dem Bürgermeister auch noch ein Hühnchen zu rupfen hätten, und die hätten jetzt ebenfalls eine Website und ein Forum...

Da aber aus dem ganzen Bebauungsplan und der ganzen Abwicklung der Verdacht erwächst, daß es bei der ganzen Sache um die Wahrung einzelner privater Interessen geht, stellen sich die Bürger der Stadt mittlweile aus Prinzip quer. So soll zum Beispiel ein Camping-Platz zu einem Baugebiet umgewidmet werden. Ansich ja für die Anwohner nicht so übel. Aber: Der Eigentümer des Platzes sitzt im Stadtrat und man vermutet, daß er sehr eigene Interessen hat - und wirft ihm daher mittlerweile Knüppel zwischen die Beine. Gab es gegen diesen Teil des Planes bisher keine Widersprüche, so trudeln dazu nun die ersten ein...

Und noch so eine Anekdote: Bei uns im Barrio ist ein nahezu quadratischer Bereich vom Abriß betroffen. An allen Seiten von einer geraden Straße begrenzt. Aber ähnlich wie in Gallien gibt es da ein Gebäude, daß nicht betroffen ist. Dieses Gebäude nun wieder gehört einem Immobilien-Makler, der einen Teil seines Geldes auch mit der Verwaltung von Eigentumswohnungen verdient (in Spanien braucht man einen Verwalter, der ein spezielles Zertifikat hat, also meist ein Spanier ist). Sein Gebäude ist also nicht betroffen. Merkwürdiger Zufall. Und die Eigentümer der Wohnungen, die er verwaltet und die betroffen sind, wurden von ihm nicht über den möglichen Abriß informiert. Auch da macht sich nun also einleise Verdacht breit. Und: Ich weiß von wenigstens einer Eigentümergemeinschaft, die gerade diesen Verwalter gegen unseren "austauscht".

Im Moment sieht es also für uns gut aus. In unserer Urbanisation wurde einer Gruppe lange Zeit ein Bauantrag zur Außenrenovierung verweigert - letzte Woche haben sie ihn erhalten. Unser Verwalter ist zuversichtlich, daß der Plan zurückgezogen werde.

Leider weiß ich nicht bis ins Detail, was die "spanische Seite" so alles eingefädelt hat. Wir hatten bisher keine Zeit, mit den Verantwortlichen darüber zu reden.

Eine betroffene ältere Dame hat den Bauderzernenten arg beleidigt; die Zeitungen berichteten darüber: Sie warf ihm vor, daß sein Großvater ein Straßenräuber gewesen sei und sein Brot auch schon mit Waffengewalt verdient haben. Diese Beleidigung hat für immens viel Wirbel gesorgt. Hintergründe dazu kenne ich leider noch nicht.

Im Moment wirkt das ganze auf mich merkwürdig. Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand tausende von Menschen um ihr Eigentum bringen will (Entschädigungen waren laut Wirtschaftlichkeitsstudie übrigens keine vorgesehen!) und dann nach wenigen Wochen halbwegs massiven Widerstands so einfach umkippt. Haben die wirklich geglaubt, da wohnten nur senile ausländische Rentner?

Und: Wir haben nur Widerspruch eingelegt und die Informationsveranstaltungen besucht (naja, und die Presse informiert). Wir haben nicht ernsthaft demonstriert, wir haben keine Transparente an den Balkonen hängen, wir hatten kein Sit-in im Rathaus, wir haben keine Bagger blockiert... Ich wüßte zugern, was da hinter den Kulissen noch gelaufen ist.

Aber da wir in vier Wochen wieder in Spanien sind (im März ist unsere reguläre Eigentümer-Versammlung und mein Mann ist ihr President), werden wir wohl bald mehr wissen.

Soviel aus Spanien. In den nächsten Tagen bleibts hier hektisch. Die Arbeit im Kampf gegen die Enteignung geht noch solange weiter, bis wir definitiv wissen, daß der Bebauungsplan geändert wurde. Gleichzeitig müssen wir hier aber noch Tagesgeschäft nachholen und erledigen, denn eigentlich hatten wir nicht geplant, mal eben 3 Wochen nach Spanien zu fahren.

Und: Wenn mir noch ein Dödel sagt: "Ach, Sie waren in Spanien - ich bin auch urlaubsreif" dann begehe ich einen Mord. Wir hatten in Spanien eine 7-Tage Woche und haben an den meisten Tagen 10 Stunden gearbeitet(wir hatten einen faulen Sonntag und waren einmal Calcots essen). Wir haben definitiv nicht auf der faulen Haut gelegen und jetzt pressiert das eine oder das andere auch ein bißchen.

Aber jetzt wird gestrickt. Und wenn die Welt untergeht.

Ein Stöckchen...

ist auch bei mir gelandet. Und weil es klasse ist, wieder DSL zu haben, hier die Antworten:

1. Wieviele gigantische Bytes an Musik sind auf deinem Computer gespeichert?

Genau 13.619.180.305 Bytes (halte ich damit den Rekord??)

2. Die letzte CD, die du gekauft hast...

Hhm. Ich glaube Bach: Sacred Vocal Works mit John Eliot Gardiner.

3. Welches Lied hast du gerade gehört, als dich der Ruf ereilte?

Keines. Grummel. Schon seit 3 Wochen nicht. Weil: Ich habe nämlich einen MP3-Player (mit 20 GB Platte), der alle meine Lieblings-CDs drauf hat, damit ich die nicht immer alle zwischen Spanien und Deutschland hin und her dödeln muß und nicht immer die CDs, die ich dringend hören möchte, da sind, wo ich gerade nicht bin. Das klappt auch prima und der Spieler war auch diesmal wieder dabei. ABER DAS NETZTEIL NICHT! Arrggg!

4. Fünf Lieder, die dir viel bedeuten oder die du oft hörst ...

Au weia. Ich bin bekennender Klassik-Fan und mit "Liedern" ist hier wohl was anderes gemeint. Ich liebe Bach. Und Händel. Meine Lieblings-CD zur Zeit ist Händels Messias mit Karl Richter (ich weiß, seine Interpretationen sind umstritten, aber ich LIEBE sie).

Pop & Co höre ich nur äußerst selten.

Wenn ich Interpreten nennen soll, die ich gern höre, dann gehört da auf jeden Fall das Flanders Recorder Quartett dazu (mein Liebslingsstück von ihnen ist eindeutig das "Turkish Bumble Bee Rondo").

Gilt die Frage damit als beantwortet?

5. Wem wirfst du dieses Stöckchen zu (3 Personen) und warum?

Bedingt durch meine Spanien-Rückreise habe ich mein Stöckchen ziemlich spät erhalten und sehr viele haben ihres längst beantwortet. Ich schaue gleich mal, wer noch keines hat und berichte dann.

Ich bin also wieder in Deutschland und habe wieder Turbo-DSL. Ach, ist das toll! In Spanien hat es mit dem DSL natürlich wieder nicht geklappt. Der Techniker kam nicht in den vereinbarten 2 Wochen und dann mußten wir weg. Da wir aber in vier Wochen schon wieder in Spanien sein werden, werden wir es dann erneut beantragen und vielleicht klappt's ja dann...

Sobald unsere Digital-Kamera wieder aus einem unserer Transport-Behältnisse aufgetaucht ist, gibt das Foto von der Mega-Lopi-Weste.

@Inga: Schickst Du mir Bilder von Deinen Space-Projekten? Dann erweitere ich meine Space-Übersicht - oder haben wir etwa den selben Farb-Geschmack??

Mittwoch, Februar 16, 2005

Aufbruch

Wir brechen morgen von Spanien in Richtung Deutschland auf.

Am Wochenende oder spätetens zu Beginn der nächsten Woche gibt's dann einen ausführlichen Bericht zum Thema "Enteignung".

Im Moment sieht es so aus, als hätten wir zumindest einen ersten Teil-Sieg errungen!

Meine Weste aus "Mega-Lopi" ist gestern fertig geworden; Bilder folgen.

Sonntag, Februar 13, 2005

Viel um die Ohren

habe ich zur Zeit (mein Mann und ich arbeiten Vollzeit an 7 Tagen die Woche im Kamf gegen die Enteignung) - und wir haben zu zweit nur einen Rechner mit Dampf-Modem.

Wenn ich also mal an den Rechner komme, dann muß ich mit allerhöchster Priorität Website und Forum der Abrißgegener aktualisieren und sonstigen Schriftkram erledigen.

Zum Faserfimmeln komme ich nur wenig. Und zum Bloggen reichts zur Zeit auch selten.

Sobald möglich melde ich mich wieder umfangreicher.

Donnerstag, Februar 10, 2005

Eine Calçotada

gabs’ heute bei Freunden. Das ist eine „kulinarische Besonderheit“ aus der Region Tarragona. „Caçots“ sind Frühlingszwiebeln, die mit Stumpf und Stiel gegrillt werden.



Fertig sehen sie dann so aus:



Vor dem Essen werden alle schwarzen und braunen Blätter entfernt, das Innere wird dann in eine spezielle Soße getunkt – herrlich. Allerdings kann ich über die Spätfolgen von soviel Zwiebeln erst morgen berichten…

Da wir somit heute den ganzen Nachmittag in der Sonne saßen (!!), müssen wir jetzt noch etwas für unseren Kampf gegen Enteignung und Abriß tun. Ich berichte bei Gelegenheit wieder davon, aber jetzt muß ich noch was schaffen.

Faserfimmelig gab’s heut wenig Neues. Ca. 50 Gramm von der knallbunten Space sind versponnen; Fotos folgen bei Gelegenheit auf den Zusatzseiten.

Mittwoch, Februar 09, 2005

Endlich mal wieder eine Fertigstellung

Auch, wenns nur ein Experimental- Schal ist



Und das erste Vorderteil der Weste wurde fertig:



Bei Nadelstärke 12 allerdings kann ich nur in homöopatischen Dosen stricken, meine Finger mögen diese Besenstiele so gar nicht und tun schnell weh.

Wollt Ihr wissen, was Rasmus zum Thema „Spanien im Februar“ zu sagen hat?



Kann mich bitte jemand zudecken – mir ist sooo kalt…

Montag, Februar 07, 2005

Einen Graugnom

habe ich gestern gefilzt.
So hat alles angefangen:



Und das wurde daraus:



Mein Mann ist fest davon überzeugt, daß es sich um eine Graugnomin handelt. Für ihn war sie sofort „lebendig“ und eine eigene Persönlichkeit. Seit seiner spontanen Reaktion sehe ich meinen Graugnom als Graugnomin. (Kennt sich zufällig einer meiner Leser mit der Geschlechtsbestimmung bei Graugnomen aus?)

Das erlebe ich derzeit häufig: Ich nadelfilze ein Wesen, bin während des Entstehungsprozesses durchaus zweifelnd, ob das Ganze etwas wird (ich habe vorher keine genaue Vorstellung, was und wie es werden soll/wird) und wenn es Dritte sehen, entdecken sie sofort Persönlichkeitsmerkmale, die mir als „Mutter“ bisher nicht aufgefallen waren, die sich dann aber sofort übernehme.
Als ich letzte Woche den kleinen, braunen Hund verschenkte, stellte meine Freundin ihn eine Weile vor sich auf den Tisch, um ihn zu betrachten und sagte dann plötzlich „Hört mal, wie der ausatmet“. Und: Wir haben es alle gehört! Schon merkwürdig, welche Macht diese kleinen Wesen über ihre Betrachter haben, oder?

Die Graugnomin und ich hatten heute eine Fotosession. Ich hatte geplant, sie auf den Felsen am Strand abzulichten. Dort war es aber zu windig und bei ihrem Fliegengewicht war das dann nicht so ganz die richtige Location. Mein Mann fragte, wie es denn gewesen sei, am Strand.

Ich: Huuuiii. Sie ist mir im hohen Bogen davongeflogen.
Er: Dann steck’ ihr doch eine Stricknadel ins Kreuz, zur Stabilisierung.
Ich: Ich stecke ihr doch keine Nadel in den Po!
Er: Gestern hast Du das aber stundenlang getan…

Hhm. Sachlich richtig. Aber heute bringe ich das nicht mehr übers Herz.

Sonntag, Februar 06, 2005

Geschafft!

Kaum macht man's richtig, schon geht's. Das ist doch immer wieder erstaunlich. Wenn ich meine Mails bis zum Ende lese, erhalte ich auch alle benötigten Informationen.

Also: Der Filzblog-Ring-Button ist nun installiert.

An alle, die es betrifft: Der Ärger hier in Spanien zehrt und zerrt an meinen Nerven; ich bin emotional etwas neben der Spur. Für alle Fälle, in denen derzeit meine Kommunikationsfähigkeit darunter leidet, bitte ich um Entschuldigung.

Allen einen schönen Sonntag!

Zusatzseiten

Heute ist Sonntag und unser Internetzugang ist günstig. Außerdem haben wir heute tatsächlich einen "lazy sunday". Also habe ich gebastelt.

Rechts in der Leiste gibt es jetzt eine Rubrik "Zusatzseiten" und dort eine "Spaceübersicht". Guckt doch mal vorbei.

Mandy hat den Filz-Webring eröffnet. Alles Wichtige findet Ihr hier. Ich bin bereits Mitglied und sobald ich den Knoten in meinem Gehirn gelöst habe, seht ihr hier auch den Ring-Button (ich stehe irgendwie auf dem Schlauch - Webrings habe ich ja schon einige verlinkt, auch heute habe ich wieder meine HTML-Kenntnisse wegen der Zusatzseiten reaktiviert - aber der Filz-Webring und ich *kopfschüttel*...)

Ich habe jetzt beschlossen, eine Weste aus Space-Band zu stricken, sozusagen aus "Mega-Lopi". Ich muß es einfach probieren. Ein Foto findet auf der neuen Zusatzseite unter der Farbnummer 3871.

Und noch was erfreuliches: Wir haben einen ADSL-Vertrag unterschrieben. Irgendwann in den nächsten 14 Tagen kommt irgendwer von der Telefonica vorbei und installiert die Hardware. Dann kann's losgehen. Zahlen tun wir hier übrigens für die Bandbreite, nicht für die Zeit und nicht fürs Volumen. Nun. Dafür ist es relativ günstig, weil die Telefonica ADSL pushen möchte. Wir zahlen keine Anschlußgebühr und der drahtlose Router kostet nur 20 Euro. Petri Heil.

Samstag, Februar 05, 2005

Beute!

Gestern habe ich Beute gemacht: Endlich, endlich ist es mir gelungen, das hier zu erheischen:



Es gibt sie – die spanische Ausgabe der Verena. Aber bisher kenne ich nur einen einzigen Zeitungs-Händler, der sie führt. Und auch nur solange, wie sein Vorrat reicht.

Eigentlich hatte ich gehofft, durch sie zu lernen, wo man denn in Spanien so seine Wolle kauft. Aber soviel weiter bin ich nicht. Manche Händler nennen eine Internet-Adresse – aber die funktioniert nicht.
Und: In den Anleitungen ist nicht der Name des Garnes und der Hersteller genannt, sondern nur die Zusammensetzung des Garnes. Hhm. Auch das vielleicht ein Hinweis darauf, daß die verwendeten Garne hier so leicht nicht zu kriegen sind?

Nun, so kann ich mir wenigstens die Modelle ansehen…

Donnerstag, Februar 03, 2005

Grosse Waesche

Hatten wir heute: Von der Space sind gut 300 Gramm versponnen - man,
geht das fix!



Und nachdem in der Spinn-Webe-Mailingsliste zuletzt viel über islaendische Wolle berichtet wurde, die aehnlich den Pencil-Rowings vorbereitet und dann direkt verstrickt wird, fühlte ich mich inspiriert, das mit der Space auch einmal zu probieren - mit Nadelstärke 12, nicht gerade mein Favorit...



Die Maschenprobe ist bereits gewaschen, aber noch nicht vermessen und ausgezaehlt. Ob ich die Space direkt verstricke, weiss ich noch nicht.
Hat schon jemand Erfahrung???

Aus der blau-weißen Wolle wird ein Schal - ganz einfach deshalb, weil ich den Farbverlauf im Auge behalten will, mit dem ich experimentiert habe.



Hier ist es für Februar sehr kalt - alle einheimischen Spanier und Katalanen schimpfen und erzählen mir voller Entsetzen, daß es FROST gab. Mit "Frost" meinen sie Temperaturen um den Gefrierpunkt. Nun.

Heute Nachmittag war es aber so warm, dass ich in Jeans und langem T-Shirt auf dem Balkon spinnen konnte. Mann, war das schoeoenn. Jetzt ist es wieder "kalt" und ich bin froh, dass wir im letzten Herbst eine Heizung eingebaut haben.

In Spanien haben wir viele gute Freunde getroffen - das tat sehr gut. Den braunen Hund, den ich kuerzlich gefilzt habe, habe ich hier verschenkt und er hat ein wirklich gutes Zuhause gefunden. Ich kam mir vor wie im Tierheim - unsere Freundin hat sich wirklich riesig gefreut und ihn sofort adoptiert. Ihre ganze Familie hat über einen Namen für das Kerlchen beratschlagt. Es ist einfach wunderschoen, wenn eine Arbeit mit so viel Freude entgegengenommen wird.

Hier geht unser Kamf gegen Abriss unvermindert weiter. Heute war ein eher ruhiger Tag - wenig Telefonanrufe, wenig Besuche, nur ein Termin. Das war an den vergangenen Tagen anders. Es gab Zeiten, da glaubte ich, in einem Service-Buero zu wohnen. Aber klar, alle Eigentümer sind betroffen, entsetzt, aufgebracht, wuetend. Aber der Nachmittag heute in der Sonne hat unendlich gut getan.

Heute haben wir einen weiteren Versuch mit ADSL gemacht. Die Firma, mit der wir gerne unseren Vertrag abgeschlossen haetten, verlangt aber die Nummer eines spanischen Personalausweises - und genau den haben wir nicht - also erstmal kein Vertrag. Hhm. Willkommen in Europa. Morgen fahren wir nach Tarragona und besuchen einen Shop der Telefonica. Vielleicht klappts da... (Die Rechnungen der Telefonica konnte man übrigens lange Zeit nur online einsehen, wenn man seine - spanische-
Sozialversicherungsnummer eingab...) Grummel.

Ansonsten fressen wir uns hier dumm an Gruenzeug und Obst. Unsere Gemuesehaendlerin verkauft "lokales" Obst, zum Beispiel Mandarinen das Kilo für ganze 25 Cent. Die sehen nicht so schick aus wie die in deutschen Supermaerkten, dafür schmecken sie aber besser.

Eine Frage zum Schluss: Wenn ich die Space nur im Katalog gesehen haette (und nicht in zahlreichen Blogs), haette ich sie warscheinlich nie gekauft, weil mir die Farben zu knallig aussahen und ich mir nicht vorstellen konnte, wie schön sie versponnen wirken. Daher moechte ich folgendes Angebot unterbreiten: Ich schaffe eine Zusatzseite in meinem Blog, wo ich Fotos von Space in allen Farben und Zuständen einstelle (also als Band, als Single, gezwirnt, gestrickt). Dazu waere ich dann
aber auf Eure Mithilfe angewiesen, weil ich sicher nicht alle Farben ausprobiere. Falls jemand Interesse hat, moege sie oder er doch bitte einen kurzen Kommentar hinterlassen...

P.S: Auf Umlaute muesst Ihr verzichten, ich blogge zur Zeit via E-Mail.

Dienstag, Februar 01, 2005

Viel um die Ohren

Wir sind heil in Spanien angekommen, haben aber immens viel um die Ohren - ans Faserfimmeln ist derzeit nicht zu denken.